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Zu warm und zu trocken für Pilze

BERATUNGSTAG Expertenwissen von Harald Lutz vom Nabu wenig gefragt
Von Marc Schüler

WORFELDEN - Nicht viel Resonanz rief die Pilzberatung des Naturschutzbunds im Hof der Alten Schule Worfelden hervor. Nur wenige Besucher kamen zu Harald Lutz und ließen ihre Funde aus dem angrenzenden Wald begutachten. „Es ist einfach zu warm und zu trocken, da sprießen die Pilze nicht so“, sagte Lutz, der einen Termin im Juni besser gefunden hätte. „Da war es regnerisch und die Leute hätten ihre Körbe voll gehabt“, sagte er. Doch wusste er mit seiner Zeit auch so eine Menge anzufangen. Zum Um- und Einräumen des erst in diesem Jahr in Besitz genommenen Nabu-Häuschens waren er und seine Mitstreiter bislang nur sporadisch gekommen.

Zum 1. Europäischen Tag des Pilzes hatte die Deutsche Gesellschaft für Mykologie aufgerufen. Zusammen mit den europäischen Partnerverbänden gab es europaweit Aktionen rund um den Pilz, von Polen bis Spanien. „Wir haben in der kommenden Woche am Donnerstag einen Vortrag über heimische Pilze und deren Bedeutung, bevor wir am Samstag eine Pilzwanderung anbieten. Daher haben wir uns entschlossen, heute am Europäischen Tag des Pilzes mit einem Beratungstag teilzunehmen“, so Lutz.

Dass seine Dienste als Pilzexperte kaum in Anspruch genommen wurden, störte den Vorsitzenden des Worfelder Nabu nicht. Vielmehr hatte er aufgrund der für Pilze unwirtlichen Bedingungen damit gerechnet. Wie wichtig seine Arbeit und sein Expertenwissen jedoch sind, zeigte sich bei einem der wenigen Besucher. „Er hatte einen Gelbknollenblätterpilz gesammelt. Das ist der nur schwach giftige Bruder des grünen Knollenblätterpilzes, bei dem es sich um den giftigsten Pilz in unserer Heimat handelt“, erklärte er und zeigte die Pilzart am bereitstehenden Schaumodell des Nabu.

Häufig sind die Exemplare zu alt zum Verzehr


Aber dieser Pilz wäre nicht das einzige Ungemach für den interessierten Sammler gewesen. „Er hatte auch noch zwei Kahle Kremplinge gesammelt, die sind ebenfalls giftig. Und der einzige essbare Pilz im Korb war ein Hexenröhrling und zu alt zum Verzehr“, erzählte Lutz. Der Experte wies gleich darauf hin, dass mitnichten Giftpilze hauptursächlich für Pilzvergiftungen seien. Vielmehr entstünden 90 Prozent aller Pilzvergiftungen durch den Verzehr zu alter oder zu schwach gekochter Pilze. Doch gebe es in der Umgebung von Worfelden auch viele gut genießbare Pilzarten – sofern die Wetterbedingungen deren Wachstum förderten.

29.09.2016. 14:19

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