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Wo im Wald der Saukopf dampft

Genuss und Tradition vereinten dampfende Waschkessel mit deftigem Inhalt am Rodelberg: Zum 35. Mal lud der Naturschutzbund Worfelden am Sonntagmittag zum Saukopfessen ein.

Mancher mag schon beim Begriff „Saukopf“ die Nase rümpfen, doch für Kenner ist er ein echter Leckerbissen. Die Schweinebacken erinnern an die Zeiten, als es noch Hausschlachtungen gab und werden beim Worfelder Naturschutzbund wie anno dazumal in Waschkesseln erhitzt. Schon am Samstag wurden die 80 Schweineköpfe, die eine Frankfurter Metzgerei geliefert hatte, von den Nabu-Mitgliedern Hagen Petri, Walter Hortig und Alexander Voos vorgekocht.

Aufgeteilt in etwa 160 Portionen, garten sie schon seit dem Sonntagmorgen am Rodelberg, bis gegen 11 Uhr die ersten Besucher eintrafen. Schnell bildete sich eine längere Warteschlange. Da aber auch Brat- und Rindswürste verkauft wurden, musste niemand lange hungrig oder durstig bleiben, denn das Helferteam hatte nicht nur für Speisen gesorgt, sondern auch einen Getränkestand am Waldrand aufgebaut. Und wem es trotz Sonnenscheins zu kalt wurde, der konnte sich an glimmenden Baumstämmen aufwärmen.

Mit dem Gaumenschmaus unterstützten die Besucher die Arbeit des örtlichen Vereins des Naturschutzbunds (Nabu). Dieses Mal soll mit dem Erlös die Jugendarbeit aktiviert werden. Ein Teil des Erlöses fließe aber auch in die Renovierung des ehemaligen Toilettenhäuschens im alten Schulhof, das zum Nabu-Haus umgebaut werden soll, erklärte Nabu-Vorsitzender Harald Lutz.

„Das Saukopfessen ist schon etwas Besonderes, sehr Uriges, und es ist bewundernswert, wie viele Ehrenamtliche mithelfen“, betonte Bürgermeister Andreas Rotzinger (CDU), der mit Ehefrau Marie-Claude von Klein-Gerau zum Rodelberg spaziert war und dabei etliche Besucher getroffen hatte, die ebenfalls zu Fuß unterwegs waren. Doch nicht nur aus der Großgemeinde kamen die mehr als 200 Gäste. Autokennzeichen verrieten, dass die Gäste auch aus dem Raum Darmstadt, Hanau oder Frankfurt kamen. Das Speisen unter freiem Himmel verbanden auch Carmen und Peter Wiethe sowie Renate und Edmund Zimmermann mit einer kleinen Wanderung. „Wir wohnen in Schneppenhausen und kommen seit etwa zehn Jahren regelmäßig“, gaben die beiden Ehepaare Auskunft. Die Veranstaltung sei stets gut organisiert und man treffe immer wieder Bekannte, meinten sie. „Wir wären traurig, wenn es das Saukopfessen nicht mehr gäbe“, merkte Carmen Wiethe an.

Auch Gudrun Kießling hat kaum ein Saukopfessen versäumt. Allerdings, sagte sie, sei es in früheren Jahren zünftiger zugegangen, als die Naturfreunde aus Mörfelden gekommen seien und mit Gitarrenbegleitung am Lagerfeuer Lieder angestimmt hätten.

(lo, Groß-Gerauer Echo, 11.01.206)

11.01.2016. 11:16

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