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Überschüssige Triebe müssen raus

Natur: Worfelder Obst- und Gartenbauverein zeigt bei Lehrgang den richtigen Sommerschnitt

Dichter Blätterwuchs, wirres Geäst und üppig wachsendes Obst erwarteten die Teilnehmer beim Sommerobstbaumschnitt auf der gepachteten Streuobstwiese des Nabu-Ortsvereins.


WORFELDEN.

Der neue Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Worfelden, Michael Wagner, der beruflich als Gartenbaumeister tätig ist, führte die Hobbyobstanbauer beim Sommerschnittlehrgang in die Kunst der richtigen Baumbehandlung ein. Egal ob bei Apfel, Birne, Pflaume oder Kirsche, ob bei Hochstamm, Halbstamm, Busch oder Spindel - bei ihnen allen gebe es gleiche Kniffe, die zu beachten seien.

Zunächst gelte es, Totholz aus den Bäumen zu beseitigen, um deren Gesundheit zu fördern. Auch Triebe, die quer durch die Krone wachsen, müssten raus, um die Fruchtqualität zu steigern. Senkrecht parallel zur Baumkrone wachsende Wasserschosse (wilde Triebe) gelte es ebenfalls herauszuschneiden, um mehr Lichteinfall zu ermöglichen. Auf diese Weise brächten die Bäume bessere Früchte hervor. Pilzkrankheiten verringerten sich überdies, und auch der Kronenaufbau werde noch forciert, so der Fachmann.
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Die Krone sollte so zugeschnitten sein: von unten breit bis oben schmal mit dem Haupttrieb in der Mitte. Äste, die zu dicht stehen oder sich überlagern, sollten ebenfalls beseitigt werden, wobei man auf die Anzahl der Fruchtknospen achten muss. Dass der Sommerschnitt, mit dem man schon Ende Juni oder Anfang Juli beginnen könne, beim Ausdünnen zu einem Fruchtverlust führe, sei gewollt, denn dann habe der Rest des Obstes Kraft genug, sich in hochwertiger Qualität zu entwickeln. Gleichzeitig minimiere dies die Neutriebbildung, während beim Winterschnitt die Austriebbildung gefördert werde.

Harald Lutz, Vorsitzender des Worfelder Naturschutzbunds (Nabu), räumte Versäumnisse bei Schnittmaßnahmen auf der Pachtwiese ein. Er begrüßte die Aktion der Obstanbauer, die sich bereit erklärten, abgeschnittene Äste als Totholz aufzuschichten, um so eine Benjeshecke zu schaffen, die Unterschlupf für Klein- und Nagetiere bietet.

Michael Wagner, der neue Ideen im Verein einbringen will, hat mit seinen Helfern in diesem Jahr auf Pflegeschnitte im Lehr- und Informationsgarten verzichtet, um Bäumen eine Erholungsphase zu gönnen. In Zukunft soll auf dem Vereinsgelände auf chemischen Pflanzenschutz und mineralische Dünger verzichtet werden. Waren bisher die Bäume überwiegend auf Niedrigwuchs gehalten, um eine bequeme Ernte zu ermöglichen, sollen diese nun in die Höhe wachsen, wobei man mit den nötigen Schnittmaßnahmen (Windangriffsfläche vermindern/schnelleres Abtropfen von Wasser) den Weg zur Vitalisierung und Resistenz gegen Pilzkrankheiten und Fäulnis ebnen will.

23.08.2013. 15:54

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