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Naturschutzverein NABU Worfelden erweitert das Nistplatzangebot für Steinkauz und Turmfalke

Worfelden 

Der Steinkauz ist ein Eulenvogel und bevorzugt offene, grünlandreiche Landschaften mit ganzjähriger kurzer Vegetation. Von daher bieten besonders kopfbaumreiche Wiesen und Weiden sowie Streuobstwiesen gute Lebensbedingungen für den Steinkauz. Streuobstwiesen werden auch in der Worfelder Gemarkung wieder häufiger angelegt, doch fehlt es hier aufgrund des geringen Baumalters an geeigneten Naturhöhlen, die der Steinkauz zur Aufzucht seiner Nachkommenschaft benötigt. Der Steinkauz ist hier auf die Unterstützung des Menschen angewiesen und die Worfelder NABU Gruppe kümmert sich deshalb schon seit jeher, um die Belange der kleinen Eule, durch Anbringung geeigneter Bruthöhlen. Mit Erfolg, wie man jedes Jahr anhand der Bestandsergebnisse der kontrollierten Niströhren ersehen kann. Mittlerweile hat sich ein Bestand von 2-4 Paaren in der Worfelder Gemarkung etabliert. All Brutpaare nutzen die von der NABU-Gruppe angebrachten künstlichen Nisthilfen. Um die Art weiter zu unterstützen wird der NABU in diesem Jahr einige alte Röhren austauschen bzw. zusätzliche Röhren in geeigneten neuen Brutarealen aufhängen. Damit soll der Bestandsaufbau der Art weiter gefördert werden. Noch wichtiger ist es jedoch den Lebensraum für den Steinkauz zu erhalten bzw. weiter zu verbessern, durch Anlage neuer Streuobstwiesen, Erhalt alter (Kopf-) Büume sowie Bereitstellung von extensiv genutzten Mähwiesen und Weiden.

Der Steinkauz



Steinkauzschutz vor Ort. NABU-Mitglied Stefan Dorschner
bei der Anbringung einer Steinkauzbrutröhre.

Der Turmfalke (Vogel des Jahres 2007) ist zwar wesentlich häufiger als der Steinkauz, nichtsdestotrotz hat die Worfelder NABU Gruppe ein Auge auf den kleinen Mäusejäger geworfen, der häufig im Rüttelflug direkt am Straßenrand zu beobachten ist. Leben in Deutschland noch knapp 50.000 Brutpaare dieser Falkenart, so sind es in ganz Mitteleuropa nur noch ca. 90.000 Brutpaare. Damit tragen wir eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Art und diese wird von der NABU Ortsgruppe Worfelden mit entsprechenden Unterstützungsmaßnahmen übernommen.
Die Hauptnahrung der Turmfalken besteht überwiegend aus Feld- und anderen Wühlmäusen. Durch die Spezialisierung entsteht eine Abhängigkeit vom Beute vorkommen. Da die Feldmausbestände, oft aufgrund von landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmethoden, beträchtlichen jährlichen Schwankungen unterliegen, sind auch die Turmfalkenbestände einer großen Schwankungsbreite ausgesetzt. In Jahren mit wenigen Feldmäusen muss der Turmfalke deshalb sein Beutespektrum notgedrungen auf kleinere Vögel ausweiten. Insekten und Eidechsen runden das Nahrungsspektrum ab.
In der Worfelder Gemarkung gibt es noch ca. 10-15 Brutpaare des fleißigen Mäusejägers und für Interessierte damit genügend Gelegenheiten diesen Greifvogel bei der täglichen Mäusejagd zu beobachten.

Zwei weibliche Turmfalken

Alter spielt keine Rolle. Mitglied Adolf Dorschner ist mit 72 Jahren noch aktiv für den Naturschutzverein (NABU) Worfelden. Hier beim Aufhängen eines Turmfalkenkastens in schwindelerregender Höhe.


10.04.2011. 13:49

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