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NABU kritisiert Baugebiet

Zufrieden mit den eigenen Aktivitäten ist die NABU-Ortsgruppe Worfelden. Beim Thema Gehölzrückschnitt am Mühlbach zeigt sie sich von der Gemeinde enttäuscht.


Bei der Hauptversammlung der Worfelder 
NABU-Gruppe hat Vorsitzender Harald Lutz eine positive Bilanz gezogen. Sowohl bei der Jugend - hier gebe es seit Jahren eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde - als auch bei der Erwachsenenbildung seien die Veranstaltungen gut angenommen worden. Angeboten wurden unter anderem Vogelstimmen- und Pilzwanderungen.


Das Saukopfessen zog viele Besucher aus nah und fern an. Lutz verwies außerdem noch auf Kooperationen wie die mit dem Obst- und Gartenbauverein Worfelden, der sich dank des Einsatzes von Michael Wagner des fachmännischen Schneidens der Obstbäume auf der 
NABU-Streuobstwiese angenommen hat.


Jürgen Hoyer, Fachwart für Ornithologie, ging in seinem Bericht auf besonders erwähnenswerte Beobachtungen aus der Fauna ein. So referierte er über das Vorkommen von Habichten, Nachtigallen, Steinkäuzen und Weißstörchen. Aber auch über Worfelder Nutrias und den immer näherrückenden Wolf wusste Jürgen Hoyer einiges zu berichten.


Beim Thema Termine hat sich der Verein laut Mitteilung darauf verständigt, am 12. Juli am Büttelborner Kindertag im Hof der Alten Schule Worfelden teilzunehmen.


Bei der allgemeinen Aussprache zeigten sich die Mitglieder enttäuscht über den aus ihrer Sicht unsachgemäßen Rückschnitt der Gehölze entlang dem Mühlbach seitens der Gemeinde. Entgegen den Gepflogenheiten früherer Jahre, in denen Schnittmaßnahmen zwischen Gemeinde und Naturschutzvereinen koordiniert und abgesprochen wurden, sei "offenbar keine Kooperation mehr erwünscht", so die 
NABU-Gruppe. Die Gehölze seien vor vielen Jahren vom Worfelder Naturschutzverein selbst gepflanzt worden, um der Vogelwelt naturnahe Nist- und Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. "Was jahrelang gebraucht hat, um sich zu entwickeln, ist dort weitestgehend zunichtegemacht worden."


Genauso wenig Verständnis hat man für die beabsichtigte Bebauung des Kleingartengeländes am Worfelder Heißgraben, handele es sich dort doch um ein sehr artenreiches Biotop innerhalb des ansonsten dicht bebauten Ortes. Zudem sei das Areal Jagdrevier zahlreicher seltener Fledermausarten. Gerade im Zuge der fortschreitenden innerörtlichen Siedlungsverdichtung wachse die Notwendigkeit solcher Ruheinseln für Menschen und Tiere, so die Naturschützer.


Leider seien auch in diesem Falle die Belange des Natur- und Umweltschutzes von der Gemeinde offensichtlich nicht berücksichtigt worden. Beide diskutierten Fälle wertete Vorsitzender Lutz als Warnsignal. Künftig werde man noch genauer hinsehen und vor allem das offene Gespräch mit den Verantwortlichen suchen, um wieder zu einer besseren Zusammenarbeit zu kommen.


(mzh, Groß-Gerauer Echo, 30.4.2015)

30.04.2015. 14:54

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