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Kein Patentrezept fürs Erkennen

PILZE 
Rund 20 Interessierte durchstreifen mit dem Sachverständigen Harald Lutz den Wald

MÖRFELDEN-WALLDORF - (ses). Mit dem Pilzsachverständigen Harald Lutz aus Worfelden waren auf Einladung des Mörfelden-Walldorfer Umweltamts rund 20 Menschen im Wald unterwegs.

Bei einer Pilzwanderung suchten rund 20 Teilnehmer die Zutaten für ein leckeres Mittagessen. Damit keine giftigen Pilze in der Küche landeten, war Harald Lutz dabei. Der Pilzsachverständige vom Naturschutzbund aus Worfelden übernahm die Endkontrolle der Körbe. Organisiert worden war die Wanderung vom Umweltamt der Stadt Mörfelden-Walldorf.

"Wenn jemand sagt, so erkennt man jeden Pilz, dann ist das gelogen", stellte Harald Lutz am ehemaligen Walldorfer Grillplatz fest, wo sich alle Teilnehmer trafen. Es wachsen so viele verschiedene Pilze in den Wäldern, dass es kein Patenrezept zum Erkennen der essbaren Sorten gibt, betonte der Pilzsachverständige. Auch was den richtigen Zeitpunkt zum Pilze sammeln angeht, konnte er keine einfache Antwort liefern. "Es hängt stark vom Wetter ab". Als der Sommer vor einigen Jahren sehr feucht ausfiel, habe man schon im Juni viele Steinpilze finden können.

Ein ähnlich nasser Sommer stand auch am Anfang seiner Begeisterung für Pilze. Als Neunjähriger ging es mit den Eltern nach Kärnten, wo es die meiste Zeit regnete. "Ich war im Wald unterwegs, und da war natürlich alles voll mit Pilzen", erinnerte er sich.

In einer Reihe von Kursen ließ sich Lutz zum offiziellen Pilzsachverständigen ausbilden. Damit ist er im Kreis Groß-Gerauer ein offizieller Ansprechpartner. Neben dem Wald ist er auch in Krankenhäusern unterwegs, wenn Ärzte bei einer Vergiftung nicht sicher sind, welcher Pilz die Ursache ist. In pilzreichen Jahren wurde Lutz in der Vergangenheit bis zu fünf Mal in Krankenhäuser gerufen.

Viel lieber ist er natürlich im Unterholz unterwegs und hält Ausschau nach leckeren Exemplaren. Besonders angetan hat es ihm der Lacktrichterling. Da er violett schimmert, vermuten die meisten Sammler einen giftigen Pilz und lassen ihn stehen. "Gedünstet schmeckt er richtig lecker", meinte Lutz.

Die bloße Berührung von unverträglichen Pilzen ist nach Lutz' Worten ungefährlich. Wurde ein giftiges Exemplar entdeckt, legte Lutz es als Anschauungsobjekt in sein Körbchen. Als sich alle Teilnehmer nach rund zwei Stunden wieder versammelten, konnte er ihnen zeigen, welche Pilze besser nicht in der Pfanne landen. Außerdem warf er einen Blick in die Körbe und achtete darauf, dass keine giftigen Vertreter mitgenommen wurden.

So konnte jeder beruhigt sein liebstes Pilzgericht zubereiten.

(Groß-Gerauer Echo, 29.10.2015)

29.10.2015. 18:00

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