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Hexenröhrling stoppt den Alkoholabbau

Natur - Pilzwanderung des NABU-Ortsverbands Worfelden mit Harald Lutz stößt auf großes Interesse

Gut besucht war die Pilzwanderung des Naturschutzbunds (NABU) Worfelden. Rund 30 Teilnehmer hatten sich am Worfelder Bürgerhaus eingefunden, um etwas über die Welt der Pilze zu erfahren und auch ein wenig Essbares mit nach Hause zu nehmen.
Der geprüfte Pilzsachverständige und NABU-Ortsverbands-Vorsitzende Harald Lutz stellte zu Beginn die Lebewesen "Pilze" etwas genauer vor. So erfuhren die Teilnehmer, dass es ohne Pilze kein Brot, keinen Wein, kein Bier gäbe, denn ohne Hefepilze könnten all diese Nahrungs- und Genussmittel erst gar nicht entstehen. Auch in der Medizin seien von Pilzen gebildete Stoffe wie das Penicillin unverzichtbar. Und der Wald wäre ohne Pilze innerhalb von zehn Jahren in Laub und Totholz erstickt.

Für das Sammeln hatte Lutz ebenfalls ein paar Tipps parat. Zum Beispiel beantwortete er die ewige Frage nach "Pilze abschneiden oder vorsichtig aus der Erde drehen?" mit "Abschneiden oder vorsichtig aus der Erde drehen". Abschneiden dann, wenn man seinen Pilz sicher erkannt hat und möglichst sauber nach Hause transportieren möchte. Will man einen Pilz dagegen bestimmen, dreht man ihn mit der Basis aus der Erde heraus. So gehen keine wichtigen Merkmale verloren, wie beispielsweise die Knolle eines Knollenblätterpilzes.
Nach dem individuellen Ausflug in die umliegenden Wälder wurden die gefundenen Exemplare begutachtet und erläutert. Zu den am häufigsten gesammelten giftigen Pilzen gehörten die Gelben Knollenblätterpilze, Kahle Kremplinge, Rettichhelmlinge und Kartoffelboviste. Doch auch zahlreiche essbare Exemplare fanden den Weg in die Körbe der Teilnehmer - etwa Flockenstielige Hexenröhrlinge, Maronenröhrlinge, Birkenpilze, Rotfußröhrlinge, Schwarzblauende Röhrlinge, Parasolpilze oder Lila Lacktrichterlinge.

Auch interessante ungenießbare Funde wie Stinkmorchel und Tintenfischpilze gab es zu bestaunen. Über fast jeden Pilz könne man eine kleine Geschichte erzählen, erläuterte Lutz. Beispielsweise finden sich in den Pilzen Kahler Krempling oder Netzstieliger Hexenröhrling keine Giftstoffe. Trotzdem gilt der Krempling, früher noch als Marktpilz gehandelt - eine Teilnehmerin bestätigte, ihn einst gegessen zu haben -, heute als tödlich giftig. Man vermutet eine allergische Reaktion, die schon zu Todesfällen geführt hat. Im Netzstieligen Hexenröhrling findet sich ebenfalls kein Gift, aber ein Stoff, der den Alkoholabbau im menschlichen Körper blockiert. Das führt beim Genuss des Pilzes dazu, dass bereits ein Gläschen Wein zu einer Alkoholvergiftung führt.

Davon unbeeindruckt, konnten einige Teilnehmer am Ende aber doch noch eine kleine Anzahl essbarer Pilze mit nach Hause nehmen.

(Groß-Gerauer Echo, 24.9. 2014)

24.05.2014. 11:56

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