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Führung zur Frühstückszeit

Ornithologie: Worfelder Naturschutzbund begibt sich auf die Spuren von Nachtigall, Bachstelze, Pirol und Zaunkönig

WORFELDEN.

Ein Erlebnis für Frühaufsteher bot der Naturschutzbund (Nabu) am Sonntagmorgen in Worfelden mit seiner Vogelstimmenwanderung, zu der sich um 7 Uhr sieben Interessierte am Parkplatz der Worfelder Sporthalle eingefunden hatten. Der Weg führte sie quer über das Feld und um den Klein-Gerauer Gänsweidsee herum, ehe es durch den Wald zurückging.
Dass die Beteiligung eher durchschnittlich ausfiel, fasste Organisator Jürgen Hoyer als nicht tragisch auf. "Wir haben diese Wanderung eher kurzfristig angesetzt und nicht im Nabu-Büchlein angekündigt, sondern nur im Internet und den Medien. Zudem ist es heute wieder recht kalt geworden und außerdem noch recht früh", sagte Hoyer. Dem stimmte Frank Gröhl zu, Chronist von Vogelbeobachtungen im Kreis Groß-Gerau, der die Gruppe führte. Er identifizierte die Vogelgesänge und hob sie für die Interessierten hervor. "Dabei ist es eigentlich sogar spät. Wir hätten schon um 5.30 Uhr losgehen sollen, dann wachen die Vögel auf. Jetzt ist für die Meisten eher so etwas wie Frühstückspause."

Schon auf dem Parkplatz lauschte die Gruppe dem Gesang der Nachtigall, auf die sie im Verlauf der Wanderung noch einige Male treffen sollte. Ein besonderes Augenmerk legten Gröhl und Hoyer auf den Gartenrotschwanz, den Vogel des Jahres 2011. "Noch am Samstag haben wir einen Gartenrotschwanz in der Nähe des Rodelbergs gesichtet. Hier in der Gegend fühlt er sich wohl, denn er mag einen naturnahen Lebensraum mit Obstbaumbeständen", führte Hoyer aus, der mit seinen Nabu-Kollegen im Wald Nistkästen für den Gartenrotschwanz aufgehängt hat.
Immer wieder machte Gröhl die unterschiedlichen Sänger aus, und so blieb die Gruppe stehen, um mit dem Fernglas einen Blick auf Nachtigallen, Bachstelzen, Pirole, Zaunkönige, diverse Meisen, Schwalben und einen Schwarzmilan zu beobachten. Dazu versorgte Frank Gröhl die Worfelder Vogelfreunde immer wieder mit interessanten Daten und Fakten.
"Der Gesang hier, das ist der Neuntöter", führte er auf Höhe der Pferdekoppel am Worfelder Waldrand aus. "Der ist bei uns momentan noch nicht so verbreitet, denn wir haben durch die Wetterlage einen Vogelzugstau gehabt. Es war lange recht kalt hier, und da hat er sich eher in wärmeren Gefilden aufgehalten. Er fliegt im Winter bis nach Westafrika."

Dass ein Wanderfalke in der Groß-Gerauer Stadtkirche brütet und nun drei Junge hat, die langsam Federn bekommen, wussten die wenigsten. "Die kann man über unsere Webcam auf unserer Homepage beobachten", sagte Gröhl stolz und ruft dazu auf, sich an der "Stunde der Gartenvögel" zu beteiligen. "Auf der Internetseite www.nabu.de besteht die Möglichkeit, Vogelsichtungen zu melden. 130 000 Meldungen sind bereits bei uns eingegangen, am häufigsten wurde der Haussperling genannt."

(Groß-Gerauer Echo vom 18. Mai 2011 | arc)

18.05.2011. 15:56

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