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Auf der Suche nach Stiel und Hut

Auf der Suche nach Stiel und Hut

Pilzwanderung  - Gewappnet mit Korb und Messer sind rund 20 Teilnehmer mit dem Worfelder Nabu unterwegs  

WORFELDEN.

Das größte Lebewesen der Welt ist 900 Hektar groß, 1600 Kilo schwer und 2400 Jahre alt. Es ist der Hallimasch in den USA, ein Honigpilz. Das Geflecht im Boden in bis zu einem Meter Tiefe ist der eigentliche Pilz, nicht allein der Stengel und Hut, der sich überirdisch ausprägt. Das erfuhren die Teilnehmer bei einer Pilzwanderung mit Harald Lutz vom Worfelder Naturschutzbund (Nabu). "Ich habe mich schon als Kind für Pilze interessiert. Auf einer Pilzlehrschau habe ich viel gelernt und irgendwann mit Freunden zusammen die Pilzkundeprüfung abgelegt", beschrieb Lutz.

Die Gruppe startete im Wald nahe dem Golfpark Bachgrund. Harald Lutz schlug vor, dass jeder selbst auf die Suche geht und sammelt, was er findet. 2Mittags treffen wir uns wieder hier am Bürgerhaus und dann sehen wir gemeinsam in die einzelnen Körbe2, sagte Lutz, bevor sich die einzelnen Gruppen in den Wald um Worfelden begaben.

Dabei warnte Lutz davor, die Pilze zu kosten, denn beispielsweise könne man den Champignon schnell mit dem hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilz verwechseln. Immerhin ist dieser verantwortlich für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen. "Dass das Wetter heute für die Pilzwanderung nicht so gut ist, das ist natürlich schade. Aber dies ist einer dieser Termine, die wir am Jahresanfang festlegen müssen. Mal hat man den ganzen Korb voll, mal findet man eher wenige", erklärte Lutz.

Viele Kartoffelboviste wachsen in den Wäldern um Büttelborn herum, auch der gelbe Knollenblätterpilz ist nicht selten, wenn auch bei diesem die Verwechslungsgefahr mit dem grünen oder weißen Knollenblätterpilz besteht, die beide hochgiftig sind. Auch Röhrlinge sind nicht selten und meist essbar. "Aber nicht die mit den rosa Poren sammeln, die schmecken bitter", so Lutz.

Für Martin Gölzenleuchter war es das erste Mal, dass er mit einem Pilz-Experten in den Wald ging. Angeregt unterhielt er sich mit Harald Lutz und lernte so auch Wissenswertes über den Grünblättrigen Schwefelkopf.

"Er zählt zu den Giftpilzen, löst aber beim Menschen allenfalls Durchfall und Erbrechen aus. Es gibt auch Pilzarten, die giftig sind, bei denen sich aber die Giftstoffe beim Kochen verflüchtigen. Jedoch sind diese meist nicht wirklich genießbar", so Lutz weiter. Groß war die Ausbeute an diesem Vormittag nicht, so blieb dem Pilzkenner vom Nabu Zeit, um in jeden Korb der Sammler zu gucken.

Ein paar genießbare Funde waren dabei. Wiesenchampignons, Krause Glucke, rehbraune Dachpilze, Speise- und Frauentäublinge und Flockenstielige Hexenröhrlinge konnten den Sammlern eine leckere kleine Mahlzeit bescheren.

19.09.2013. 07:51

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