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Alle zwölf Sekunden ein aktuelles Bild

Vogelkunde: Im Groß-Gerauer Stadtkirchenturm brütende Wanderfalken können nun per Webcam beobachtet werden

GROSS-GERAU.

Karl-Heinz und Helga hat die elfjährige Lea Rehn vom Naturschutzbund (Nabu) Groß-Gerau das Wanderfalkenpärchen getauft, das im Stadtkirchenturm Quartier bezogen hat. Bereits im vergangenen Jahr hat das Paar drei Junge ausgebrütet. Nun liegen wieder drei Eier im Nistkasten in Höhe der Kirchturmbalkone. Wenn sich alles gut entwickelt, werden die Jungen in etwa vier Wochen geschlüpft sein.
Und diesmal kann der schnellste Vogel der Welt, der nach den Worten von Nabu-Kreisvorsitzendem Bernd Petri im Normalflug bis zu 100 Stundenkilometer und im Sturzflug zur Beutejagd bis zu 250 Stundenkilometer erreicht, bei der Aufzucht seiner Brut beobachtet werden. Denn an dem Nistkasten hat der Nabu Worfelden mit Unterstützung der Groß-Gerauer Versorgungsbetriebe eine Live-Webkamera (einmalig in Hessen) installiert, die alle zwölf Sekunden ein aktuelles Bild erstellt. Im Internet zu finden ist die Webkamera unter www.stadtkirche-gross-gerau.de und unter www.worfelden.de/nabu.

Aktuelle Informationen gibt es auch unter www.facebook.com/NABU.Worfelden und unter www.twitter.com/nabu_worfelden.

Das Projekt wurde am Freitag bei einer Zusammenkunft im evangelischen Gemeindehaus vorgestellt und bei einer Turmbesteigung in Augenschein genommen. Zu den beiden Wanderfalken gesellt sich unterhalb der obersten Turmetage noch ein Turmfalkenpaar.
Falkenfachmann Jürgen Hoyer vom Nabu Worfelden hat gemeinsam mit Harald Lutz die Betreuung der seltenen Vögel übernommen, die im Kreis Groß-Gerau noch in Gernsheim und Kelsterbach angesiedelt sind. Beide Naturschützer stehen darüber hinaus mit der staatlichen Vogelflugwarte in Frankfurt in Verbindung, um über die Entwicklung in Groß-Gerau zu berichten. Die Aktion wird auch von Stadtkirchenpfarrer Helmut Bernhard und von Bernhard Hormann vom Kirchenvorstand unterstützt.

Mit großem Interesse - berichtete Bernd Petri bei der Zusammenkunft - waren die Balzrufe der Wanderfalken, die seit den siebziger Jahren in der hiesigen Region als ausgerottet galten, im vergangenen Jahr von Passanten im Umkreis der Stadtkirche wahrgenommen worden. Viele beobachteten die kleinen Raubvögel bei der Nahrungssuche und auch die ersten Ausflüge ihres Nachwuchses. Petri erklärte den Einzug des Wanderfalkenpärchens in den Kirchturm mit dem Abriss der Zuckerfabrik, wo dieses Paar zuvor in luftiger Höhe heimisch war.


(Groß-Gerauer Echo, 19. März 2011)


29.03.2011. 10:42

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