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Das Fledermausjahr

fm-bild 1Anfang April verlassen die Fledermäuse ihre Winterquartiere: Höhlen, Stollen, Keller oder andere feucht-kühle Orte, in denen sie bis zu 6 Monate lang die nahrungsarme Zeit überdauern. Mit den ersten wärmeren Nächten machen sich die Tiere auf den Weg zu ihren Sommerquartieren. In dieser Zeit trenne sich die Weibchen von den Männchen. Die Weibchen beziehen sogenannte Wochenstubenquartiere, in denen sie ihre Jungen gebären und großziehen. Die Männchen leben tagsüber einzeln oder in kleinen Gruppen in der Umgebung der Quartiere.

Gegen Ende Juni sind die Jungtiere ausgewachsen. Die Wochenstuben werden verlassen und es beginnt die Zeit der Paarung. Mit typischen Paarungsrufen balzen die Männchen um die Weibchen.

In der verbleibenden Herbstzeit müssen sich die Tiere einen Fettvorrat für den Winter anfressen. Einige Arten beginnen mit ihren Wanderungen aus dem Sommerlebensraum zu angestammten Winterquartieren, die bis zu 1000 Kilometer voneinander entfernt liegen können.

Einmal im Winterquartier angekommen, suchen sich die Tiere sichere Hangplätze - die Körpertemperatur passt sich der Umgebung an, Herzschlag und Stoffwechsel werden stark herabgesetzt und die Tiere fallen in einen Ruhezustand, in dem sie die kalte Jahreszeit überdauern.

Faktoren und Feinde

Faktoren, die für den drastischen Rückgang der Fledermausbestände verantwortlich sind:

  • Verringerung oder Vernichtung der Nahrungsgrundlage durch den Einsatz von Insektenbekämpfungsmitteln und direkte Giftbelastung der Fledermäuse durch vergiftete, aber noch lebende Nahrungsinsekten
  • Zerstörung naturnaher Landschaften und Lebensräume
  • Zerstörung von Fledermausquartieren (Abriss oder Modernisierung von Altbauten, hermetischer Abschluss von Dachböden, Zerstörung oder völliger Verschluss von unterirdischen Hohlräumen und alten Kellergewölben, Fällen von Höhlenbäumen )
  • Einsatz von für Warmblüter hochgiftigen Holzschutzmitteln in Fledermausquartieren ( z.B. Dachstühlen )
  • Starke Beunruhigung und Tötung von Fledermäusen durch Menschen
  • Unfalltod :
    - in als Fledermausfallen wirkenden, oben offenen Gefäßen oder Rohren
    - durch Stacheldraht, Kletten, Dornen, Kakteen, ...
    - im Straßenverkehr
  • Ungünstige klimatische Faktoren (erhöhte Sterblichkeit der aus dem Winterschlaf erwachenden Tiere und der Jungtiere bei längerem nass-kaltem Frühjahrs- oder Sommerwetter, sehr kalte Winter bei nicht optimalen Winterquartieren )

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    Zwergfledermaus auf Buch


    Natürliche Feinde der Fledermäuse, die aber den Bestand nicht wesentlich dezimieren:

    • Waldkauz, Eulen
    • Falke, Habicht und Sperber, wenn die Fledermäuse schon vor Sonnenuntergang ausfliegen.
    • Steinmarder
    • Hauskatzen
    • Waldmäuse


Hilfe für die Fledermaus

Hilfe für verirrte, erschöpfte und verletzte Fledermäuse

Fledermäuse brauchen unsere Sympathie

Die Pflege von Fledermäusen ist eine befristete Notmaßnahme, denn Fledermäuse sind keine Haustiere und zudem gesetzlich geschützt. Wegen der artspezifischen Bedürfnisse der 17 einheimischen Fledermausarten sollte die Pflege nur von ausgebildeten Spezialisten durchgeführt werden.


Junge Zwergfledermaus


Erste Hilfe für in Not geratene Fledermüuse wird meist von Laien geleistet. Richtiges und schnelles Handeln ist wichtig. Dabei sollte man Fledermäuse nur mit Handschuhen oder einem Tuch anfassen, da sie vor lauter Angst oft zubeissen.
Fledermäuse, deren Winterquartiere zerstört wurde oder die sich in Gebäude verirrt haben, erschöpft und abgemagert sind, müssen sofort in eine gut verschließbare Kartonschachtel gelegt werden. Diese Schachtel muß absolut dicht schliessen, da selbst geschwächte Fledermäuse Ausbruchkünstler sind. Vorsichtig macht man einige kleine Luftlöcher in den Deckel und polstert die Schachtel locker mit Haushaltspapier oder einem Tuch aus.
Der Verein Fledermausschutz Südhessen e.V. vermittelt dann sofort weitere Hilfe unter 0 61 51 / 4 28 74 66.
Im Sommer zieht jedes Fledermausweibchen ein Junges, selten auch Zwillinge auf. Findet ein Junges seine Mutter nicht mehr oder ist diese gar gestorben, so verhungert es, da es bei Fledermäusen keine Ammen gibt. Herumirrende Jungtiere oder verweiste Fledermaussäuglinge klettern oft aus ihren Tagesschlafverstecken und hängen an Hauswänden herum oder bleiben erschöpft auf dem Boden liegen.
Typische "Fledermaus-Findelkinder" im Siedlungsraum sind die Zwergfledermaus, die Bartfledermaus, das Braune und das Graue Langohr sowie das Mausohr.
Kennt man das Fledermausversteck, so kann man den Säugling vorsichtig in den Quartiereingang hineinschieben, wo ihn seine Mutter abholt. "Waisenkinder" klettern bald wieder heraus und benötigen sofort weitere Hilfe. Auch in diesem Fall sollte der Arbeitskreis Fledermausschutz gerufen werden.

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